Herausforderungen an die „Informations- und Dienstleistungsgesellschaft"
Neue Kommunikationstechnologien
Der technologische Fortschritt hilft uns, schneller und besser zu arbeiten.
Ist das wirklich so? – Ja und nein. Denn die neuen Kommunikationstechnologien haben einschneidende Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten in Unternehmen und stellen uns somit vor neue Probleme bzw. Herausforderungen.
So hatte beispielsweise die E-Mail eigentlich den Zweck, den Postweg zu ersetzen und damit die Kommunikation effizienter zu gestalten. Vergleicht man die Zeitanteile der "Postbearbeitung" früher und heute, könnte man aber eher zu einem gegenteiligen Schluss kommen. Und machen uns die mobilen Kommunikationstechnologien wirklich flexibler? Oder katapultiert uns die Annahme der ständigen Erreichbarkeit in eine neue Dimension von Abhängigkeit, Hektik und Stress?
Die Herausforderung der Zukunft wird sein, die neuen Technologien beherrschbar zu machen, gezielt und sorgsam einzusetzen und einen sinnvollen Umgang zu lehren.
Wachsende Informationsflut
Nie zuvor kamen wir so schnell an Informationen heran wie heute im Zeitalter von Google, Wikipedia, Twitter & Co. Es kommt die Frage auf, von welcher Güte diese Informationen sind. Gleichzeitig tritt aber auch ein anderes Problem in Erscheinung: Zu viele Informationen werden ungefragt auf unsere Schirme geschoben. Dies hängt eng mit den neuen Kommunikationstechnologien zusammen (z. B. E-Mail), die es uns so einfach machen, viele Informationen in kurzer Zeit weit zu streuen und an möglichst viele Empfänger weiterzuleiten. Stress ist dabei nicht die einzige Folge.
Die Herausforderung wird sein, Informationen bedarfsorientiert zu generieren bzw. sinnvoll zu kanalisieren und die Qualität - nicht die Quantität - in den Vordergrund zu stellen.
Globalisierung
Geschäftsprozesse verlaufen nicht mehr nur abteilungsübergreifend, sondern häufig schon weltumspannend. Technische Errungenschaften in Form von Hardware helfen uns zwar dabei, mehrere Zeitzonen und räumliche Distanzen zu überwinden, es bleibt jedoch die Herausforderung, kulturelle und sprachliche Distanzen zu überwinden. Sind wir in der Lage, ein gemeinsames Verständnis für einen Prozess zu entwickeln - etwa im Hinblick auf Kundenanforderungen, Qualitätsstandards und Servicelevels? Dies kann zuweilen schon zwischen zwei verschiedenen Fachbereichen eines nationalen Unternehmens herausfordernd sein.
Die Herausforderung ist, einerseits einen Rahmen zu schaffen und andererseits Mitarbeiter und Führungskräfte entsprechend zu befähigen (Sprache, Sozialkompetenzen …).
Steigende Komplexität
Systeme, Prozesse und Strukturen scheinen immer komplexer zu werden. Die zu verarbeitenden und zu speichernden Datenmengen wachsen. Die Speicherung und der Abruf von Wissen werden eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Schnell rufen wir die EDV in der Hoffnung herbei, Prozesse und die wachsenden Datenmengen beherrschbar zu machen. Nicht immer gelingt uns dies. Oftmals verlieren wir dadurch noch mehr an Überblick und wissen nicht, wie die Prozesse tatsächlich ablaufen oder wo sich welche Daten befinden.
Die Herausforderung wird sein, Komplexität zu reduzieren oder mehr Transparenz zu schaffen.
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